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Gespräch

ZUM THEMA:

Anzeigen im Nachrichten-Netzwerk

Kommunikation mit Nutzern auf Augenhöhe


Gesprächspartner:
Ernst Heßmann, Verleger und Redakteur

Portraitfoto von Ernst Heßmann, Verleger und Redakteur

Ernst Heßmann, gelernter Redakteur mit insgesamt 40 Berufsjahren, bis 2009 bei der Westfälischen Rundschau; dort zuletzt stellvertretender Chefredakteur; von 2009 bis 2015 (†) journalistisch selbstständig mit eigenem Zeitungsverlag für drei lokale, werbefinanzierte Monatsmagazine. Dieses Interview wurde im Winter 2014/2015 durchgeführt.

Ernst Heßmann: Was ist das Besondere an den Anzeigen im Nachrichten-Netzwerk?

Michael Strzodka: Zunächst ist das Nachrichten-Netzwerk eine digitale und mobile Werbeplattform insbesondere für jeden Einzelhändler, Handwerker, Dienstleister, der gezielt die Menschen in seiner Region für sich gewinnen will - insbesondere auch jüngere Menschen. Außerdem ...

Ernst Heßmann: Ja, Ja - das sagen viele, aber mal im Ernst: welche konkreten Unterschiede gibt es zu der üblichen Internet-Werbung mit Banner, Skyscraper und wie das alles heißt?

Rainer Lutze: Unsere Anzeigen haben vor allem diese Vorteile: sie werden formatfüllend insbesondere für die mobile Nutzung prägnant dargestellt und werden dem Leser angeboten, sobald er sich einem beworbenen Standort nähert. Außerdem kann ein Anzeigenkunde seine Anzeigen selber online buchen, gestalten – und zwar multimedial: Text, Bild, Fotogalerie und Video - und jederzeit während der Laufzeit aktualisieren, z.B. Sonderangebote einstellen, Preise anpassen. Obendrein liefert das Nachrichten-Netzwerk zu jeder Anzeige einen Erfolgskontrollbericht, u.a. wann wurde wie vielen Lesern eine Anzeige dargestellt?

Michael Strzodka: Ein weiterer Vorteil unserer Anzeigen ist für den Werbetreibenden, dass im System vorhandene, passende Hintergrundinformationen zur Anzeige in Form eines Dossiers ohne weiteren Aufwand für ihn an eine Anzeige angehängt werden können z.B. über das denkmalgeschützte Haus der Bäckerei, Nachrichten zu Prämierungen des Metzgers für seine Produkte.

Ernst Heßmann: Das ist zwar alles ganz nett, aber letztlich entscheidend ist natürlich der Preis solcher Anzeigen!?

Michael Strzodka: Wir haben ein flexibles Preismodell, um allen Werbetreibenden - ob mit kleinem oder großem Budget - ein maßgeschneidertes, attraktives Angebot machen zu können. Speziell mit unserem Anzeigenpreismodell "pay per physical visit"! Der Anzeigenkunde zahlt, neben einer kleinen Grundgebühr für die Schaltung, dann - und nur dann - für einen Kunden, der kurzfristig nach dem Betrachten der Werbung tatsächlich zum Geschäftslokal kommt und sich dort hinreichend lange vor dem Schaufenster oder im Geschäft aufhält.

Ernst Heßmann: ... und was passiert mit den persönlichen Daten?

Rainer Lutze: In der Tat sind die datenschutzmäßigen Herausforderungen für eine solche Lösung sehr hoch, aber es gibt noch viele weitere maßgebliche Aspekte. So möchte der Werbetreibende nicht für seine Stammkunden zur Kasse gebeten werden, die zwar regelmäßig seine Anzeige lesen und das Geschäft besuchen, aber schon lange vor der Anzeigenkampagne seine Kunden waren. Oder er möchte ausschließlich seinen Neukunden spezielle Sonderangebote unterbreiten. Alles das unterstützt unser neues Verfahren, aber dies ist leider zu komplex, um es hier im Einzelnen darzustellen ... .

Ernst Heßmann: Also gut ... . Aber was ist denn, wenn ein Geschäftsmann statt einer kostenpflichtigen Anzeige die freie Berichterstattung im Nachrichten-Netzwerk missbräuchlich für eigene Werbezwecke nutzt?

Rainer Lutze: Das kann er gerne probieren, wir können das nicht grundsätzlich blockieren, aber der gute Mann wird sehr schnell eine unangenehme Überraschung erleben! Bei Berichten im Netzwerk ist es ja so, dass andere aktive Nutzer - als Augenzeugen - grundsätzlich freien Zugriff haben und die Inhalte überarbeiten und ergänzen können. Wenn also Anzeigen fälschlich als Bericht veröffentlich werden, sind sie vor Veränderungen durch Dritte absolut ungeschützt. So könnten z.B. böswillige Mitbewerber jederzeit eventuell genannte Preise und andere Angebotsdetails beliebig verfälschen. Solche Manipulationen sind bei einer regulären, bezahlten Anzeige in unserem Nachrichten-Netzwerk natürlich nicht möglich.

Ernst Heßmann: Wird das Nachrichten-Netzwerk für mich als Verleger von drei lokalen, werbefinanzierten Monatsmagazinen eine ernstzunehmende Konkurrenz?

Michael Strzodka: Ja und nein, durch die hohe Leser- und Kundennähe Ihrer Monatsmagazine sehe ich da aktuell keine unmittelbare Gefahr. Aber mittel- und langfristig wird sich auch für Ihre Printprodukte der strukturelle Niedergang der gedruckten Medien auswirken. Deshalb ist das Nachrichten-Netzwerk auch für Anzeigenblätter und werbefinanzierte, lokale Monatsmagazine grundsätzlich eine Zukunftschance.

Rainer Lutze: Wer jetzt frühzeitig mit der Realisierung beginnt, hat die notwendigen Spielräume, um schrittweise seine gedruckten Produkte in ein zukunftsweisendes Medium zu übertragen. Und er kann und wird dabei anhand der Kunden- und Leserakzeptanz optimale neue Formate für Anzeigen und Nachrichten finden.

Ernst Heßmann: ... aber rechnet sich ein solches neues Medium überhaupt für einem einzelnen Verlag?

Michael Strzodka: Abhängig von der Größe - aber ja. Für einen Zeitungserlag mit einer Auflagehöhe ab 100.000 ergibt sich nach unserer Modellrechnung schon in wenigen Jahren ein positives Ergebnis für die Projektrelaisierung (ROI, retun of investment). Für kleinere Verlage sind wegen der hohen Entwicklungskosten für dieses ganz neue Medium Kooperationen zielführend und vorteilhaft. So wie im klassischen Printbereich unter anderem bei Druckpartnerschaften oder Vertriebsgemeinschaften ja auch heute durchaus branchenüblich.

Rainer Lutze: Das technische System ist im Kern eine white-label Lösung, die zentral betrieben und für einen einzelnen Verlag markenspezifisch angepasst wird. Damit können auch kleine Anbieter das Nachrichten-Netzwerk als Software as a Service (SaaS) Lösung nutzen, ohne sich um den Realisierungsprozess und den täglichen technischen Betrieb des Systems kümmern zu müssen. Dies ist eine win-win Situation für alle Beteiligten: je mehr mitmachen, um so effizienter und kostengünstiger lässt sich der Systembetrieb organisieren. Und der Betreiber kann aus dem IT-Service für die Lizenznehmer des Nachrichten-Netzwerks zusätzliche Erlöspotenziale schöpfen.

Ernst Heßmann: Und wie geht es jetzt weiter mit dem Nachrichten-Netzwerk?

Rainer Lutze und Michael Strzodka: Wir sind dabei, Investoren von den weitreichenden Potenzialen unseres Konzeptes zu überzeugen. Wer die Augen vor dem aktuellen Wandel in der Medienbranche nicht verschließen will, muss jetzt mit Mut und Zuversicht die Zukunft gestalten. Dazu haben wir einen ausgefeilten Plan, aber old Germany ist leider nicht silicon valley.

Ernst Heßmann: ... na dann viel Erfolg für Ihr Projekt!