Die IFA 2018 in Berlin präsentierte erstmals seit Jahren wieder deutliche Innovationen im Bereich Smartwatches und von Fitness Armbändern.

IFA 2018 - Neue Smartwatch Innovationen

Endlich – die neuen Smartwatches zur IFA 2018!

Ein Bericht von der internationalen Funkausstellung in Berlin

Die IFA 2018 vom 31.8. bis 5.9.2018 war erstmals seit mehreren Jahren wieder durch deutlich wahrnehmbare Fortschritte im Bereich von Wearables geprägt. Dazu zählen die neue Samsung Galaxy Watch™mit einer integrierten und auch hier in Deutschland bei mehreren Providern verfügbaren eSIM basierten LTE Kommunikation. Oder die Garmin Fenix™ 5/5S/5X Plus Serie, deren Spitzenmodell 5X Plus, wie auch die fitbit Versa™,  ein Pulsoximeter zur Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung (Sp02) am Handgelenk bieten. Oder das neue fitbit Charge™ 3 Armband mit einer kontinuierlichen 24/7 Pulsmessung rund um die Uhr über mehrere Tage. Nicht gleich morgen verfügbar, aber von jedem körperlich Tätigen heiß ersehnt, das CLOi™ Exo-Skelett zum Heben schwerer Lasten in einer Studie bei LG. Im Robotik Bereich überzeugte UBTECH mit dem Alpha Mini™mit einem sensorisch und aktivisch abgerundeten, wenn auch als Assistenten doch sehr kleinen humanoiden Roboter. Und bei Bosch ist man optimistisch, dass es der schon vor einem Jahr angekündigte Roxxter™ Saugroboter noch in diesem Herbst schafft, den Grundriss der gesäuberten Wohnung selbständig zu kartografieren.

Frontansicht der Samsung Galaxy Watch (TM) Smartwatch, 42 mm Modell Schrägansicht auf die Samsung Galaxy Watch (TM) SmartwatchGrößenvergleich der Samsung Galaxy(TM) Watch mit der  Apple Watch(TM) LTE Schrägansicht der Samsung Galaxy(TM) Watch Smartwatch, 46 mm ModellRückseite der Samsung Galaxy Watch (TM) SmartwatchFrontalansicht fitbit Versa(TM) SmartwatchRückseite der fitbit Versa(TM) Smartwatch mit LadekontaktenFrontansicht des fitbit charge(TM) 3 FitnessbandesBedienelement des fitbit Charge(TM) 3 FitnessbandesVerschluss des fitbit Charge(TM) 3 FitnessbandesFrontansicht der Garmin Fenix(TM) 5S Plus Smartwatch Einige unterstütze Sportarten für die Garmin Fenix(TM) 5S Plus SmartwatchRückseite der Garmin Fenix(TM) 5S Plus Smartwatch mit LadekontaktenSchrägansicht der Fossil Skagen Falster(TM) 2 SmartwatchFrontalansicht der Fossil Skagen Falster(TM) 2 SmartwatchRückseite der Fossil Skagen Falster(TM) 2 SmartwatchSchrägansicht der Casio Pro Trek(TM) WSD-F30 Smartwatch

 

Smartwatches und Fitness Armbänder

Samsung Galaxy Watch™

Samsung Galaxy(TM) WatchDas neue Smartwatch Flaggschiff von Samsung, die Galaxy Watch™, wurde schon einige Tage vor der IFA 2018 vorgestellt. Die Uhren sind in drei Farben (silber, schwarz, roségold), in zwei Größen von 42m, 46mm verfügbar und dabei 12,7 bzw. 13mm dick. Das Gewicht beträgt 49 bzw. 63 Gramm. Beide Uhrengrößen gibt es mit oder ohne integriertes LTE Mobilfunkmodem, das einen integrierten eSIM Chip nutzt. Damit sind eine unabhängige Telefonie und Datenübertragung nur alleine mit der Smartwatch möglich – dies ist für viele professionelle Anwendungen ein “kriegsentscheidendes“ Merkmal! Ab Mitte September bieten Telekom und Vodafone entsprechende Tarife an, typischerweise zum monatlichen Preis einer Multi-SIM Karte. Samsung begibt sich damit in Deutschland wieder auf Augenhöhe mit der Apple Watch und der Huawei Watch 2, endlich! [Zur Erinnerung: zur IFA 2014 hatte Samsung die hochinnovative Gear S Smartwatch mit rechtwinkligem, gebogenem Display und integriertem Mobilfunkmodem / Mobilfunktelefon heraus gebracht.  Die Nachfolgemodelle Gear S2, S3, Sport waren aber entweder überhaupt nicht mit einem Mobilfunkmodem ausgestattet oder eine entsprechend ausgestattete Version wurde leider nicht in Europa angeboten.] Die Smartwatches werden für einen (Listen)Preis von EUR 379,– (42mm Modell) bzw. EUR 399,– (46 mm Modell) in der Version mit integriertem LTE Mobilfunkmodem angeboten, ohne dieses verlangt Samsung EUR 70,–  weniger.

Die beiden Galaxy Watches besitzen natürlich wieder die für Samsung Uhren charakteristische, drehbare Lünette (»bezel«) mit zwei seitlichen Funktionstasten. Das 1,2“ (30mm) bzw. 1,3‘‘ (33 mm) AMOLED Display der Smartwatches hat eine Auflösung von 360×360 Pixel und einen kapazitiven Touchscreen aus Corning Gorilla Glas. Für das 42mm und 46 mm Modell gibt es jeweils ein umfangreiches Set von 20 mm bzw. 22 mm breiten, selbstaustauschbaren Armbändern. Mit einer Akkukapazität von 270 mAh bzw. 472 mAh sollten die Uhren auch bei aktiver Nutzung mindestens 2  bis 3 Tage bis zu einer Akkuaufladung verwendbar sein. Die Akkuladung erfolgt, wie seit der Samsung Gear S2 üblich, in komfortabler Weise induktiv. Die Uhren haben als Kommunikationsmittel Bluetooth, WLAN, (optional LTE) und einen NFC Chip an Bord. Letzterer soll das konzerneigene Samsung Pay Verfahren unterstützen. Als Sensoren sind neben der GPS und Glonass  basierten, satellitengestützten Positionsbestimmung ein 3D Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer, Umgebungslichtsensor und ein Herzfrequenzsensor vorhanden. Die Uhren sind mit dem neuesten Tizen 4.0 Betriebssystem ausgestattet. Sie haben eine Druckfestigkeit von 5ATM, eine Umweltfestigkeit von IP68 und sind nach US Militär Standard MIL-STD-810G zertifiziert.

Garmin Fēnix™ 5/5S/5X Plus Serie

Garmin Fenix 5S PlusSchon vor der IFA 2018 hatte Garmin im Juni seine neue Fēnix™ 5/5S/5X Plus Serie vorgestellt. Die Smartwatches sind in drei Größen von 42, 47 und 51 mm Durchmesser erhältlich und sind 15,5 mm dick. Sie wiegen – je nach Ausführung – zwischen 69 bis 96 Gramm. Die Top Ausführung schließt eine Saphir Displayabdeckung sowie ein Titangehäuse ein. Aber auch die (Listen)Preise sind „top“ und bewegen sich zwischen EUR 670,– und EUR 1.150,–. Der Käufer der Smartwatch hat zunächst die Auswahl zwischen einem weißen Gehäuse mit silber- oder rosa goldfarbiger Lünette oder dem Gehäuse/Lünette komplett in schwarz. Die Fēnix™ 5/5S/5X Plus  Smartwatches bieten ein komplettes Set der heute möglichen Sensoren: über 3D Beschleunigungssensoren, Gyroskop, Magnetometer, Barometer, Herzfrequenzsensor und Thermometer. Die Herzfrequenz-, Pulsmessung erfolgt 24/7 rund die Uhr. Die satellitengestützte Positionsermittlung kann sowohl Signale des russischen Glonass Systems, des amerikanischen GPS wie des europäischen Galileo Systems verarbeiten. Das Spitzenmodell 5X Plus integriert erstmalig auch ein Pulsoximeter zur (nicht invasiven) Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung, SpO2, des Blutes. Dieses ist erstmalig (für Erwachsene) jetzt auch am Handgelenk und nicht nur, wie bisher, an den Fingerkuppen möglich. Diese sensorischen Daten werden für sehr umfangreiche und leistungsfähige Assistenzfunktionen zur Beurteilung des individuellen körperlichen Leistungszustandes und zur Trainingsunterstützung in den wichtigsten Sportarten verwendet. Der hier verfügbare Funktionsumfang, bis hin zur Bestimmung des individuellen Erschöpfungszustandes, können unserer Überzeugung nach als einzigartig und als Alleinstellungsmerkmal des Produktes bezeichnet werden.

Die GPS Daten werden verwendet, um auf vorinstallierten Karten jederzeit (im Freien) die aktuelle Position darstellen zu können. Dazu stehen bis zu 16 GByte  Speicher in der Uhr (zusammen mit den gesammelten Trainingsdaten) zur Verfügung, zusätzlich zu den üblichen 4 GByte für Musik. Das 1,2“ transflektive Display mit einer Auflösung 240 x 240 Pixel nutzt dabei, soweit vorhanden, auch das Sonnenlicht, um eine möglichst lange Nutzungsdauer des Akkus von bis zu 20 Tagen zu erreichen (Fēnix™ 5X). Natürlich ist dabei zu bedenken, dass eine kontinuierliche satellitengestützte Positionsbestimmung die Nutzungsdauer auf maximal 32 Stunden reduziert! Schade finden wir, dass Garmin bei einem derartig hochwertigen Produkt auf eine induktive Ladeschnittstelle verzichtet, die eine bequeme Handhabung der Aufladung ohne feinmotorische Fähigkeiten in der exakten Positionierung der Ladekontakte ermöglichen würde. Die Smartwatches sind für eine Druckfestigkeit von 10 ATM, entsprechend 100m Wassertiefe, spezifiziert.

Fossil Skagen Falster™ 2

Fossil Skagen Falster 2Die Fossil Gruppe hat ihr Markenportfolio (u.a. Burberry, Diesel, Emporio Armani, Michael Kors, Karl Lagerfeld) um eine neue Smartwatch der 2012 übernommenen Skagen Designs ergänzt. Die neue Skagen Falster™ 2 zeichnet sich wie das Vorgängermodell durch ein minimalistisch elegantes Design aus. Sie wird in gewohnter Weise mit Kunststoff-, Leder- oder Milanaise Armbändern angeboten. Die Falster Smartwatches verwenden das Google Wear OS. Sie sind mit einem 300 mAh Akku, einem 1,2‘‘ OLED Display, Beschleunigungssensor, Bluetooth und WLAN ausgestattet. Sie  können bequem induktiv aufgeladen werden. Neu bei der Falster™ 2 sind das um 2 mm auf 40 mm Durchmesser reduzierte Gehäuse, der GPS Sensor, ein NFC-Chip, der Google Pay unterstützt und ein Herzfrequenzsensor. Die Smartwatch ist für einen Druck von 1ATM und Umweltfestigkeit gemäß IP67 zertifiziert. Die Uhr soll Mitte September zu einem (Listen)Preis ab US$ 275,– in den Handel kommen.

fitbit Versa™, Charge™ 3

fitbit versa(TM) Smartwatchfitbit hatte schon im Frühjahr dieses Jahres seine Versa™ Smartwatch vorgestellt. Mit einem attraktiven (Listen)Preis von EUR 199,95 verleugnet sie die gestaltmäßige Nähe zur Apple Watch™ bewusst nicht.  Zu diesem Preis erhält der Käufer eine Smartwatch mit 3D Beschleunigungssensor, Gyroskop, Barometer, Umgebungslichtsensor, Herzfrequenzsensor und einer Messung der arteriellen Sauerstoffsättigung (SpO2). Die rechtwinklige Uhr misst 38 x 38 mm und ist 10 mm dick. Der berührungssensitive Bildschirm beinhaltet ein 1,34“ Farb LCD mit einer Auflösung von 300 x 300 Pixel und ist Multi-Touch fähig. Zur Kommunikation stehen Bluetooth, WLAN und ein NFC Chip zur Verfügung. Mit dem integrierten fitbit Pay™via NFC lassen sich unterstützte Debit- und Kreditkarten in die Smartwatch laden. Karten- und kontaktloses Bezahlen wird so möglich. Mit einer Akkuladung kommt die Uhr bis zu 4 Tage aus, die Ladung erfolgt über entsprechende Kontakte auf der Rückseite der Uhr. Eine komfortable induktive Aufladung, die sich immer weiter durchsetzt, ist leider (noch) nicht vorgesehen. Die Uhr verwendet das hauseigene fitbit 2.0 Betriebssystem.  Die fitbit  Versa™ ist, wie das folgend beschriebene Fitness Armband, für eine Druckfestigkeit von 5 ATM spezifiziert.

fitbit Charge(TM) 3 BandDas neu vorgestellte, elegante Charge™3 Fitness Armband zeichnet sich durch ein kontinuierliches 24/7 Monitoring der Herzfrequenz über bis zu 7 Tage mit nur einer Akkuladung aus. Damit lassen sich nicht nur Schlafqualität und -dauer, sondern auch die körperliche Fitness nachhaltig verfolgen. Speziell für Frauen bietet fitbit eine Assistenzfunktion des Armbandes, wie auch für die Versa™Smartwatch, zur Begleitung des Menstruationszyklus und Bestimmung der empfängnisbereiten Tage an. Auch das Charge™3 Armband unterstützt fitbit Pay™via NFC. Das Armband soll mit einem Listenpreis von EUR 149,95 im Oktober in den Handel kommen.

CASIO PRO TREK™ WSD-F30

Casio Pro Trek (TM) WSD-F30 SmartwatchDie neue CASIO Smartwatch PRO TREK WSD-F30 zeichnet sich durch eine beeindruckende Größe von 49,1 x 53,8 mm bei 14,9 mm Dicke und einem Gewicht von 83 Gramm aus. Alle üblichen Sensoren bis auf Pulsmesser und Thermometer sind an Bord. Es kann Kartenmaterial für eine autonome Nutzung in die Uhr geladen werden, Bluetooth und WLAN stehen zur Kommunikation zur Verfügung. Die Smartwatch ermöglicht satellitengestützte Positionsermittlung via GPS, Glonass und dem neuen japanischen QZSS System. Die Uhr nutzt ein innovatives 1,2‘‘ Zwei-Ebenen Display, das aus einem 390×390 Pixel OLED Display als Basis und einem darüber liegenden, stromsparenden monochromen LC-Display besteht. Letzteres wird primär zur ständigen Zeitanzeige verwendet (plus Druck-, Höhenanzeige und Kompass). Das OLED Display kommt für alle anderen Anzeigen, insbesondere für die Kartendarstellung, zum Einsatz. Bei ausschließlichem Einsatz des monochromen LC-Displays lässt sich eine Nutzungsdauer der Smartwatch von bis zu 30 Tagen mit einer Akkuladung erreichen. Bei hochkommunikativer Nutzung liegt die Nutzungsdauer mit einer Akkuladung zwischen 1 und 3 Tagen. Die Smartwatch kann bequem induktiv aufgeladen werden. Mit Hilfe des Google WEAR OS™ Betriebssystems und eines eingebauten Mikrofons ist auch der Google Assistant™bei verfügbarer Bluetooth oder WLAN Konnektivität in der Lage, gesprochene Fragen zu beantworten. Die Smartwatch ist für eine Druckfestigkeit von 5 ATM spezifiziert sowie nach dem US Militärstandard MIL-STD-810G zertifiziert. Die Uhr soll im Januar 2019 für US$ 549 in den Handel kommen.

Artifical Intelligence

Natürlich war der Begriff Artificial Intelligence (AI) auf praktisch allen Messeständen omnipräsent. Konkret nach dem Inhalt der künstlichen Intelligenz nachgefragt, zeigte sich aber häufig, das dies noch eine unverbindliche Zukunftsvision ist. Der praktische Nutzwert für den Käufer muss erst im Detail definiert werden. So wird etwa der großformatig beworbene Cooking Assistant bei Samsung, zumindest in Deutschland, noch keine manuellen Kochkünste ergänzen oder gar ersetzen können – schade.

Der Samsung "AI-Powered Cooking Assistant" - ist er schon mehr als heiße Luft?
Der Samsung „AI-Powered Cooking Assistant“ – schon mehr als heiße Luft?

Bei Huawei war die Vision schon konkreter und auch praktisch demonstrierbar. So sollen die mit dem Kwirin™ AI Prozessor ausgestatteten Smartphones zukünftig Objektarten (etwa: Tierarten, Lebensmittel, … ) in aufgenommenen Bildern automatisch erkennen können. Die künstliche Intelligenz nimmt dann eine automatische Bildoptimierung vor, die zu Bildsujet und jeweiliger Objektart am besten passt. Wenn sich damit die für den Normalsterblichen aufwändige und zumeist unüberschaubar komplexe Bildnachbearbeitung in Programmen wie Photoshop™ vermeiden lässt – her damit!

Robotik

Der chinesische Roboterhersteller UBTECH konnte in diesem Jahr mit seinem neuen programmierbaren humanoiden Roboter „Alpha Mini™“ die Grenze zwischen Spielzeug und Nutzsystem erneut weiter versetzen.

Der neue UBTECH "Alpha Mini" Roboter - an der Grenze zwischen Spielzeug und Nutzsystem
UBTECH Alpha Mini(TM) Roboter

Zwar wurde der „Alpha Mini™“ gegenüber der „Alpha Pro™“ bzw. „Alpha 1S™“ Serie um ein Viertel verkleinert – nomen est omen. Der programmierbare Roboter zeichnet sich gegenüber seinen „Kollegen“ durch hohe Kommunikationsfähigkeit mit integriertem Bluetooth, WLAN und einem 3G/4G  Modem aus. Weitere neue Features sind die ausdrucksvollen Augen auf Basis zweier IPS Farb LCDs, eine in die Stirn integrierte HD-Videokamera und ein austauschbares Akkupack (in Form eines Tornisters auf dem Rücken). Wie schon der „Alpha Pro™“ bzw. „Alpha 1S™“ hat auch der „Alpha Mini“ einen Touch-Sensor auf dem Kopf und ist mit Lautsprecher, einem Distanzsensor, 3D-Beschleunigungssensoren und Gyroskop ausgestattet. Zusätzlich hat er jetzt einen GPS Sensor sowie ein Array aus 4 Mikrofonen, um Sprache bis in einer Distanz von 3 bis 5 Metern richtungsabhängig erkennen zu können.

Die „Alpha Pro™“ Serie wurde um eine UBTECH eigene Sprachsteuerung ergänzt, sie wird kurzfristig als „Alpha 1E™“ verfügbar sein.

Der „Alpha Mini™“ soll um die EUR 1.500,– kosten und noch im Herbst dieses Jahres in den Handel kommen. Wäre er mindestens doppelt so gross, und damit in der Lage, normale Treppen zu steigen, und wären mit seinen Armen einfache Handreichungen möglich, stände einem auch zur Pflegeassistenz einsetzbaren Assistenten kaum noch etwas im Wege. Nicht zuletzt wegen der dann notwendigen, autonomen Orientierungsfähigkeit des Roboters ist es bis dahin aber wohl noch ein substanzieller Weg.

In einem 5G Mobilfunknetz, das Reaktionen quasi in Realzeit ermöglicht, muss die Intelligenz des Roboters wie des „Alpha Mini™“ nicht an Bord des Systems sein. Bildanalyse, Umgebungsinterpretation und wissensbasierte Planung des weiteren Roboterverhaltens können dann aus der Cloud kommen. Das ermöglicht es zunächst, den Preis des Roboters so gering wie möglich halten. Der Roboter als Hardware kann sich auf seine sensorischen, aktuatorischen und kommunikativen Fähigkeiten konzentrieren. Die zentralisierte Intelligenz in der Cloud ermöglicht vor allem einen unmittelbaren „Erfahrungsaustausch“ zwischen den Robotern, in dem die Steuerungssoftware ständig aktualisiert wird und maschinell erlerntes Know-how eines Roboters (Objekterkennung, situativ notwendiges Vorgehen) unmittelbar zwischen allen Robotern gleicher Bauart ausgetauscht wird. Ein leicht beklemmendes Gefühl kann ich allerdings bei dieser Vorstellung auch nicht unterdrücken, Skynet und die Terminatoren lassen grüßen.

Haushalts- und Arbeitshilfen

Schon zur IFA 2017 hatte Bosch seinen Saugroboter Roxxter™ präsentiert. Mit einem Premiumpreis um EUR 1.400,– zeichnet sich das Gerät als Alleinstellungsmerkmal dadurch aus, dass es den Grundriss des gereinigten Objektes nebenher eigenständig kartografiert. In dem so erstellten Grundrissplan kann der Nutzer dann in einer App die einzelnen Räume benennen (z.B. Wohnzimmer) und „No Go Areas“ für den Staubsauger einzeichnen (etwa das Badezimmer). Leider hat es diese gewünschte Kartografiefunktion wohl in sich. Sie könnte eine der Ursachen gewesen sein, warum es das Produkt bis zur IFA 2018  noch nicht bis in den Handel geschafft hat. Bosch ist jetzt aber zuversichtlich, dass der Roxxter™bis zum Weihnachtsgeschäft erhältlich sein wird. Zeitgemäß soll er dann zusätzlich über eine Sprachsteuerung verfügen. Im Grundrissplan definierte Räume können damit auch einzeln angesprochen werden („Alexa, sag Roxxter, er soll das Wohnzimmer saugen!“)

Bosch Roxxter(TM) Saugroboter - Spezialversion mit Kamera, für Haustierbesitzer
Bosch Roxxter(TM) Saugroboter – Spezialversion mit Kamera, für Haustierbesitzer

Natürlich verfügt der Premium Saugroboter auch über WLAN und eine integrierte Kamera. Bei Abwesenheit kann damit ein Blick in die Wohnung geworfen werden, ob dort noch alles in Ordnung ist. Für Haustierbesitzer stellt Bosch für 2019 eine in der Reinigungswirkung und den Filtern des Staubaufnahmebehälters verstärkte Version des Roxxter™ in Aussicht. Katzen- und Hundehaare sollen so besonders effektiv entfernt werden.

Vom Saugroboter Bosch Roxxter(TM) erstellter Wohnungsgrundriss mit manueller No Go Area
Vom Roxxter(TM) selbst erstellter Wohnungsgrundriss (mit manueller, editierbarer No Go Area)

 

Zwar auch ein Wearable, aber ganz anderer Art, war das bei LG vorgestellte CLOi™ Exo-Skelett für den Bein- und Hüftbereich. Damit können, wenn es denn Praxisreife erreicht, überschwere Lasten ohne eine zu starke Beanspruchung der Bein- und Rückenmuskulatur standsicher angehoben und bewegt werden. Unserer Überzeugung nach werden solche Produkte, wenn sie in einigen Jahren eine Preisrange von unter EUR 1.500,– erreichen sollten, auch im Werkzeugbereich der Baumärkte ihren verdienten Platz einnehmen.

LG Studie für ein Exo-Skelett zum standsicheren heben schwerer Lasten - CLOi
LG CLOi(TM) Studie für ein Exo-Skelett

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Ein Bild unseres Blog Autors Rainer Lutze

Rainer Lutze

Rainer Lutze ist Gründer und Inhaber der Unternehmensberatung Dr.-Ing. Rainer Lutze Consulting. Das Unternehmen berät seit seiner Gründung im Jahr 2000 Unternehmen und Organisationen im Bereich der digitalen Medien und der digitalen Gesundheit und Pflege (E-Health). Ein aktueller Schwerpunkt ist das intelligente Zuhause, das ein gesundes, sicheres und selbstbestimmtes Leben im vertrauten Zuhause bis ins hohe Alter und auch in Gegenwart alterstypischer Beschwerden und Einschränkungen ermöglicht.

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